Freitag, 2. August 2013

Urheberrecht

Ich versprach euch ja schon vor einiger Zeit einen Artikel zum Urheberrecht und nun soll er auch folgen, nur leider nicht so, wie es eigentlich geplant war. Ich wollte euch in einigen Worten erklären, was das Urhebergesetz ist und was es beinhaltet.

Bei meinen Recherchen kam ich aber irgendwann an den Punkt an dem mir eine ganz liebe Person (übrigens Anwältin) erklärte, das man gerade beim Urheberrecht nichts pauschal sagen könne. Alles, was man sagen könne, also welche Fristen man einzuhalten hat, findet man ohne Weiteres direkt im Gesetzestext. Auseinanderzunehmen, wie man sich am besten schützt und wie man sicher dadurch navigiert, ist dann schon eine ganz andere Größe und nicht machbar. Dies liegt vor allen Dingen auch mit daran, dass es scheinbar zu sehr ähnlichen Themen komplett unterschiedliche Urteile gibt und so das ganze Gesetz zudem verfasst ist das man da teilweise das eine oder auch das andere heraus lesen könnte.

Ich kann euch somit nur allgemeine Tipps geben, über die ich immer wieder gestolpert bin.

1. Lest euch mal ruhig das Urhebergesetz durch, gerade was die Fristen belangt. Wir (Buch)Blogger sollten uns schon mit dem auseinandersetzten, was für uns (rechtlich) wichtig ist.
2. Wir verwenden eine Menge urhebergeschütztes Material. Klapptexte, Zitate, Cover, Autorenfotos. Viele Verlage freuen sich, wenn ihr Klapptexte, Zitate und Cover verwendet, aber nicht alle haben auch alle Rechte daran (gerade bei Covern kommt doch mal häufiger als gedacht vor). Fragt also lieber einmal mehr nach, wie es bei diesem oder jenen Verlag geregelt ist, oder schaut in diese LISTE. Was Autorenfotos belangt ist die Lage meist verzwickter. Dort kommt meist noch ein weiterer Urheber ins Spiel. Der Fotograf. Dieser hat die Bildrechte, in dem Fall entweder Verlag oder Autor fragen, wer die Rechte hat und dort nochmals anfragen. Ich weiß ein riesiger Aufwand, aber ohne diese Genehmigungen kann es teuer werden.

3. Wenn ihr Fotos, Cover etc. verwendet, muss auch immer die Quelle beistehen. Also Copyright XYZ oder auch Quelle XYZ.

4. Aber das Recht ist nicht immer nur gegen uns und macht uns das Leben schwer, ganz im Gegenteil. Wenn euch jemand eine Rezension, Texte, Grafiken oder Bilder "stiehlt" könntet ihr auch mit der gesamten Härte des Gesetztes zurückschlagen. Klar als kleiner Blogger macht man so was ja nicht. Aber rein rechtlich dürftet ihr es genauso wie die "Großen".

Mehr kann ich dazu leider schon nicht sagen, denn alles andere würde zu tief gehen, grundsätzlich gilt, lieber einmal zuviel Fragen als einmal zu wenig, und wenn ihr euch ganz unsicher seid, dann wendet euch an einen Anwalt, der sich auf das Urheberrecht spezialisiert hat, und fragt da nach. Lieber ein paar Euro investieren (oder auch nur Zeit) als am Ende die fette Rechnung zu kommen.

Kommentare:

  1. Wir haben (als Partner eines anderen blogs)einen blog betrieben, für welchen zahlreiche Autoren unterschiedlicher Fachrichtungen Beiträge lieferten. Vor kurzem haben wir den Provider gewechselt, sind auf eine neue, eigene Website umgezogen und haben dorthin die bisherigen Beiträge - mit dem Einverständnis der Autoren - transferiert. (Der frühere blog existiert weiter als Teil des anderen blogs, wird aber nicht mehr beschickt und gewartet und versinkt im spam.)

    Wie sieht es nun mit den postings (Kommentaren) zu unseren Beiträgen aus und zwar mit solchen, die eindeutig - d.h. unter Namensnennung - Personen zuzuordnen sind, welche ihre Kommentare gerne auf der neuen Seite sehen möchten? Es handelt sich dabei um ausführliche thematisch anspruchsvolle Kommentare, für die meiner Meinung nach das urheberrecht gelten müßte. Kann der frühere Blogeigner den Transfer verweigern?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hmm eine wirklich gute Frage.

      Ich kann da nur raten mal einen Fachanwalt zu fragen, denn ich vermute das auch Kommentare dem Urheber gehören (also der Person die sie verfasst haben). Wie es nun rechtlich ist wenn man sie 1:1 und unter Beibehaltung der Daten (bis auf IP Adresse ist das ja möglich) aussieht vermag ich nicht zu sagen. Falls du dich erkundigen solltest sind wir gespannt was ein Anwalt dazu sagt. Aber mal so rein menschlich denke ich werden die meisten Kommentatoren nichts dagegen haben mit umzuziehen wenn nichts verfälscht wird. Alternativ kannst du auch jeden einzeln fragen, dann ist der Weg zum Anwalt nicht nötig ;)

      Löschen